Lisa Junghanß

Letzte Tugend 2008

Video DV/Farbe Loop

03:55 min

Die Filmcollagen von Lisa Junghanß‘ entstehen aus zusammengestellten Fragmenten zuvor filmisch dokumentierter Performances. Als Loops projiziert erzeugen die Videocollagen ein nicht-narratives Szenario. Die Arbeiten zeigen die Künstlerin in nicht genauer interpretierbaren Situationen, die zwischen Traum, Phantasie und Wirklichkeit changieren. Häufig handelt es sich um Figuren, die halb Mann und halb Frau, mit ihrem Alter Ego in einer Mischung aus Verzehren, Vernichtung und Einverleibung zu ringen scheinen.
Junghanß’ Ansatz artikuliert Performance als Bemühen, das Reale darzustellen, wie es sich z.B. im Ekel, Horror, Begehren oder Traumatischen artikuliert. Dieses mit der Psychoanalyse von Lacan verbundene „Reale“ entzieht sich jeglicher Symbolisierung und macht sich vielmehr im konstitutiven Mangel für eine Symbolisierung bemerkbar: Entscheidender wird damit, was nicht dargestellt werden kann und was nicht im Bild ist. Beim Rezipienten stellt sich ein Zustand der Wagheit oder Verunsicherung ein, da er mit Symptomen konfrontiert ist, die er nicht eindeutig zu interpretieren vermag. (Anna-Catharina Gebbers, Berlin)

Artist bio: